Region Schleiden
09.04.2010
Mechernich.
CDU-Landtagskandidat Klaus Voussem besucht zur Zeit mittelständische Unternehmen im Kreis Euskirchen. Jetzt machte er eine Stippvisite beim Mechernicher Traditionsunternehmen »Schäfer-Reisen«, wo er von Rolf Schäfer und Geschäftsführer Guido Bauer begrüßt wurde.
Ebenfalls zum Termin waren auch CDU-Fraktionschef Konrad Hamacher und der stellvertretende Mechernicher Bürgermeister Peter Wassong erschienen, um zu bekräftigen, dass das Busunternehmen, das bereits seit 50 Jahren in der Stadt am Bleiberg ansässig ist, in Rat und Verwaltung ein sehr hohes Ansehen genießt.
Rolf Schäfer ließ zunächst die Firmengeschichte Revue passieren, die bereist 1932 in Bergheim begann und später in Eiserfey fortgesetzt wurde, bevor man schließlich nach Mechernich wechselte. »Wir freuen uns, dass wir heute für die Stadt 44 Orte im ÖPNV verbinden dürfen«, so Schäfer. Gleichzeitig verfüge man über ein eigenes hochwertiges Reiseprogramm und beschäftige derzeit allein 45 Mitarbeiter. »Wir fühlen uns hier in unserem Neubau am Kiefernweg seit fünf Jahren sehr wohl«, so Schäfer weiter, der sich besonders über die stets tatkräftige Unterstützung von Politik und Verwaltung freute, wenn es gelte, neue Projekte umzusetzen. Derzeit baut die Firma »Schäfer-Reisen« den heruntergekommenen Mechernicher Bahnhof zu einer modernen »Gleis-Passage« um. »Noch sieht man vor Ort nicht viel«, so Schäfer, »doch in den nächsten Tagen wird einiges passieren, dann werden nämlich einige der alten Gebäudeteile abgerissen, und der Bahnhof zeigt schon bald sein neues Gesicht.«
In der neuen »Gleis-Passage« werde es auf jeden Fall ein Café geben sowie einen Verkaufsshop für Fahrkarten. Darüber hinaus aber, so verriet der Firmenchef, arbeite man derzeit an einem Fahrradkonzept, das vorsehe, nicht nur Zweiräder vor Ort zu verkaufen und zu reparieren, sondern es auch zu ermöglichen, diese gegen ein geringes Entgelt in einem geschlossenen und sicheren Gebäude unterzustellen. Auch denke man über einen Fahrradverleih nach. Bezüglich der Radstation liefen derzeit Gespräche mit dem Regierungspräsidenten und der Stadt Mechernich. Schön wäre es allerdings, so Schäfer, wenn jetzt auch mal die Bahn im Gegenzug etwas unternehmen und beispielsweise die Bahnsteige behindertengerecht sanieren würde.
Bei Klaus Voussem trafen die Ideen bezüglich der Radstation auf offene Ohren. »Der Tourismus ist ein ganz besonderes Steckenpferd von mir«, sagte er. Nach wie vor werde der Mehrwert des Tourismus für die Region aber noch immer nicht von allen gesehen. Umso mehr begrüße er die Entwicklung bei Schäfer. Verhandlungen mit der Bahn seien schlichtweg »leidvoll«, fügte er hinzu. Hier müsse man immer wieder lästig werden, den Leuten auf die Nerven fallen, damit in Mechernich zumindest die Mindeststandards eines mobilitätsgerechten Bahnhofs umgesetzt würden.
Voussem hob in seinem Gespräch auch die »enorme Entwicklung« hervor, die die Stadt Mechernich in den letzten zehn bis 15 Jahren durchgemacht habe. »In Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik sind hier bauliche Highlights gesetzt worden«, sagte er. Mechernich habe sich darüber hinaus zu einer Schulstadt entwickelt und werde auch immer eine Schulstadt bleiben. Geschäftsführer Guido Bauer bekräftigte, dass man entgegen dem Bundestrend in Mechernich noch keinen Rückgang beim Schülerverkehr verzeichne. Gerade als Flächenkommune stelle die Stadt am Bleiberg aber eine besondere Herausforderung für die Anbieter des ÖPNV dar, so Voussem weiter. »Umsomehr freue ich mich, dass dies auf lokaler Ebene so gut klappt.«
»Schäfer-Reisen« - und das ist das Außergewöhnliche - betreibt diese Dienstleistung nämlich rein eigenwirtschaftlich. »Seitdem Schäfer-Reisen im Schülerverkehr federführend ist, hat die Stadt Mechernich sehr viel Geld eingespart«, betonte auch Peter Wassong die gute Zusammenarbeit zwischen Schäfer und der Stadt. Man habe sogar vier Leute in der Verwaltung einsparen können, die vorher einzig und allein mit der Organisation dieses Verkehrs beschäftigt gewesen seien. Auch Konrad Hamacher hob hervor, dass die Privatisierung von öffentlichen Aufgaben sich in diesem Fall gelohnt habe, auch wenn viele dies zunächst nicht für möglich gehalten hätten. Voussem merkte an, dass manche staatlichen Auflagen den ÖPNV- und Reiseverkehr-Anbietern sicherlich nicht gerade zuträglich seien. Manches sei in Deutschland in der Tat bürokratisch etwas überorganisiert, hielt Rolf Schäfer dem entgegen. Vernünftige Fahrzeuge sowie das Einhalten der Lenk- und Ruhezeiten seien heute jedoch unabdingbare Voraussetzungen, um den Fahrgästen einen optimalen und sicheren Fahrkomfort bieten zu können. Da wolle man keine Abstriche machen.
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