Region Schleiden
»Sie ist deutlich stabiler geworden«, freuen sich Mutter Gudrun Lingscheid (links) und Schulleiterin Luxenburger-Schlösser mit der kleinen Mira (9). Dank finanzieller Unterstützung durch die Hilfsgruppe Eifel ist Mira eines von 14 mit Delphin-Lauten therapiertes Kind.
27.01.2010
Kall.
»Der Delphin ist nicht das Wundertier und der heilt auch nicht; er unterstützt nur«, sagte Rebekka Keim vom gemeinnützigen Kölner Verein »Sonarium« in der St. Nikolaus-Schule.
Die Diplom-Pädagogin und Expertin für (die oft auch mythologisierten) Delphin-Therapien hat unter anderem in Israel mit den überaus intelligenten Tieren gearbeitet und dann eine Brücke gesucht, ähnliche Therapien mehr behinderten Menschen, hauptsächlich Kindern, ermöglichen zu können - nicht gerade so kostspielig und vor allem wesentlich nachhaltiger. Diese Brücke fand der Verein in einem so genannten Sonor, mit dem ein Delphin die Ultraschall-Laute abgibt und empfängt. Rebekka Keim hatte diese Tierlaute bei ihrem Aufenthalt in Israel selbst aufgenommen und konnte dann feststellen, dass diese Methode funktionierte und nachhaltigen Erfolg versprach. Im Jahre 2004 gründete sie dann gemeinsam mit ihren Eltern den Verein " Sonarium e.V." in Köln und kam 2007 mit der Hilfsgruppe Eifel in Kontakt, die in der Vergangenheit unter anderem schon eine Delphin-Therapie für ein Kind in Curacao im Karibischen Meer für rund 20 000 Euro inklusive Flug und Begleitpersonen finanziert hatte. Im Bad des Mechernicher Krankenhauses begann dann die Zusammenarbeit zwischen den Kölner Therapeuten und den Hilfsgruppen-Schützlingen.
Große Fortschritte
Schließlich fand das Team um Willi Greuel und Helmut Lanio dann in seiner "Patenschule" St. Nikolaus und beim Schulträger Kreis Euskirchen offene Ohren und optimale Voraussetzungen für die Arbeit der Therapeuten mit Kindern mit schwersten körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen. Rebekka Keim: "Massenabfertigungen wollen weder der Verein noch die Therapeuten betreiben". Die neunjährige Mira aus Frohngau ist eines jener 14 Kinder, die an Ort und Stelle am und im Bewegungsbecken ihrer Schule seit gut einem Jahr therapiert werden. "Sie hat seitdem große Fortschritte gemacht, ist deutlich stabiler und stressresistenter geworden", freute sich Mutter Gudrun Lingscheid und sah vor allem in der Nachhaltigkeit (u. a. auch Kostenübernahme durch die Hilfsgruppe Eifel) und der individuellen Betreuung und Kooperation durch die und mit der Nikolaus-Schule und den Kölner Verein die entscheidenden Vorteile. Auch die Mütter Martina Jansen aus Bronsfeld und Anneliese Potocki aus Schleiden lobten beim Ortstermin die gute Atmosphäre im Kaller Team um Schulleiterin Luxenburger-Schlösser und die "kurzen Wege" zwischen allen Beteiligten und sprachen von "positiven Veränderungen" bei ihren Kindern Katharina (12) und Florian (13). Für Florian wurde es dann bald darauf "ernst": In der Obhut seiner Therapeuten lauschte er im Schwimmbecken der Nikolaus-Schule den Delphin-Lauten aus dem Roten Meer und schien sich zu erinnern. "Delphine haben eine unglaublich positive Wirkung auf den Menschen, sie transportieren Lebensfreude und Neugierde", sagte Rebekka Keim - und ein zufrieden dreinblickender Florian war der beste Beweis dafür!
»Sonarium e.V.« ist ein gemeinnütziger Verein, der auf fünf Jahre erfolgreiche Arbeit am und im Wasser für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit körperlichen, geistigen und/oder psychischen Beeinträchtigungen, unterstützt durch Delphin-Laute, zurückblickt.
»Erfolg« bedeutet für Diplom-Pädagogin Rebecca Keim und ihr Team vor allem den Kindern mit Hilfe von ganzheitlichen Wassertherapien Entwicklungsmöglichkeiten, Freude und Lebensqualität zu ermöglichen. Deshalb bietet »Sonarium« an immer mehr Standorten Therapien für Familien an, die als Ergänzungen oder Alternativen zu den teuren und aufwändigen Delphin-Therapien in fernen Ländern gedacht sind. Das bisher in Deutschland und Europa einzigartige Konzept besteht aus einer ganzheitlichen und auf den jeweiligen Patienten zugeschnittenen Kombination aus bewegungs-, sprach- und ergotherapeutischen sowie pädagogischen und psychologischen an Delphintherapien angelehnte Maßnahmen. Diese werden an Land und im mindestens 34 Grad warmen Wasser durch spezielle Delphin-Laute sowie Entspannungsmusik unterstützt. Die Delphin-Laute (Originale aus dem Roten Meer) wirken im Element Wasser auf der körperlichen und psychischen Ebene. Seit knapp drei Jahren arbeitet auch die Hilfsgruppe Eifel mit »Sonarium« zusammen. Derzeit werden jeweils dienstags in der Kaller St. Nikolaus-Schule 14 Kinder betreut. Zwei bis drei Therapeuten kommen wöchentlich nach Kall. »Als Schule begrüßen wir derartige Maßnahmen sehr«, lobte Rektorin Luxenburger-Schlösser die »sehr erfreuliche Zusammenarbeit und die kurzen Wege«. Hilfsgruppe-Pressesprecher Reiner Züll freute sich darüber, dass sich die Kosten »nur auf ein Zehntel der bisherigen Maßnahmen« belaufen.
Spendenkonto:
VR-Bank Nordeifel eG Konto 666 666 666
BLZ 370 697 20
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